Durchblick im Dunkel

Buchprojekt – Studenten stellen ihren Band »Nachts in Darmstadt« vor

DARMSTADT. »Was wäre, wenn es keine Nacht gäbe?«. Diese Frage hat Alfred Kessler, Professor für Philosophie und Kulturgeschichte, ausnahmsweise nicht in einer Vorlesung an der Hochschule Darmstadt gestellt, sondern im Jazzinstitut in Bessungen. Dort gab es am Donnerstag eine Lesung zum gerade erschienenen Buch »nachts in Darmstadt«.

Studenten der Hochschule und der Technischen Universität haben sich Gedanken über die Nacht gemacht und im Darmspiegel-Verlag »Nachts in Darmstadt« in Kooperation mit der Hochschule herausgebracht. Auf 220 Seiten erfahren Darmstädter und Neu-Darmstädter, was in ihrer Stadt bei Nacht los ist. Wenn es nach den Stimmen, die die Studenten für ihr Projekt eingefangen haben, geht: nicht sehr viel.

In »Nachts in Darmstadt« stehen keine Veranstaltungstipps für Nachtschwärmer. Wer darauf gehofft hat, wird wohl enttäuscht sein. Vielmehr wird der Frage nachgegangen, was die Nacht und die Stadt für Geschichten bergen. Die Autoren nehmen ihre Leser mit auf eine faszinierende Reise. Sie begleiten eine Taxifahrerin und eine Fledermausflüsterin, erzählen von Tatorten, der Clubgeschichte Darmstadts, dem Geheimnis des Traums, von Lichtallergien, nächtlichem Gruseln und erklären, wie die Nacht für einen Wachmann, Zeitungsausträger, Sanitäter oder Nachtbäcker aussieht.

»God natt« heißt auf norwegisch Gute Nacht. Diese hätten sich die Online-Journalismus-Studenten Anke Schuhardt und Florian Siebeck sicher auch gewünscht. Stattdessen haben sie in Trondheim, Darmstadts norwegischer Partnerstadt, einen Nachtschock erlitten – so hoch im Norden ist es im Sommer nachts fast durchgehend hell. Ihre Eindrücke schildern sie in einer Reisereportage.

Der Leser bekommt durch eindrucksvolle Features, Porträts, Interviews, Comics, Grafiken und Bilderstrecken einen Eindruck, was sich in ihrer Stadt bewegt, wenn die Sonne untergegangen ist. Dies macht »Nachts in Darmstadt« zu einem ungewöhnlichen und besonderen Stadtführer. Darmstadt gilt ja als eher langweilige Stadt, die viel zu früh die Bordsteine hochklappt. Die Autoren zeigen durch ihre Geschichten, dass die Stadt faszinierend sein kann – man muss nur genau hinsehen.

»Nachts in Darmstadt« ist im Darmspiegel-Verlag erschienen, hat 220 Seiten und kostet 11,90 Euro. Eine Liste der Verkaufsstellen steht im Internet: www.nachtsindarmstadt.de. Telefon: 06151 6795074

— kaki


  • Quelle: Darmstädter Echo vom 1. August 2009
  • Diesen Artikel online nachlesen (Artikel evtl. nicht mehr verfügbar)

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