Schläfst du noch oder lebst du schon?

Darmstadt hat mit dem Darmspiegel sein erstes Studentenmagazin. Die Redaktion will den Studenten die Augen öffnen – Politikmüdigkeit ist passé. Wer hinter dem Magazin steckt und was uns noch erwartet, erfahrt ihr hier.

»Andere Studenten haben heute keinen Zugang mehr zur Politik. Dies wollen wir ändern und auch politische Themen bringen, die für Studenten und für die Region Darmstadt relevant sind«, sagt der Chefredakteur Florian Siebeck. Er spricht von der Titelstory »Darmstadt macht sauber« der ersten Ausgabe des Studentenmagazins. In dem sechsseitigen Bericht wird die Verordnung thematisiert, die Punks und Junkies von der Darmstädter Innenstadt fern halten soll.

Neben der Politik beschäftigt sich der Darmspiegel mit Themen, die für Studenten interessant sind: Wohnheimreport, Austauschstudenten, Hochschulsport, Kinokritik, SV Darmstadt 98 und Musik.

Die Idee zum Studentenmagazin hatte Désirée Grobecker, eine Online-Journalismus-Studentin an der Hochschule Darmstadt: »In Darmstadt gibt es zwei Journalistikstudiengänge, über 30.000 Studenten, aber kein Studentenmagazin.« Und so wurde mit zwölf weiteren Studenten des Studiengangs im November letzten Jahres eine Redaktion gegründet – alles in der Freizeit der Studenten. Eine Unterstützung durch die Hochschule Darmstadt wurde vom Darmspiegel-Team nicht gewünscht. Rebecca Sandbichler, die stellvertretende Chefredakteurin, erklärt: »Unsere Unabhängigkeit soll bewahrt werden. Außerdem wollen wir auch einmal kritisch über die Hochschule berichten können.«

»Nur drei Stunden Schlaf pro Tag«

Die angefallenen Arbeitsstunden für die erste Ausgabe kann Florian nicht mehr beziffern. Rebecca ergänzt: »Eigentlich hatte ich in der Endphase eine 60 Stundenwoche. Nur drei Stunden Schlaf pro Tag waren keine Ausnahme.«

Die fertige Ausgabe wurde am 1. April in ganz Darmstadt mit Flyern, Post-Its und Plakaten beworben. »Der Aufwand hat sich gelohnt. Insgesamt hatte der Darmspiegel in der ersten Woche über 7.000 Downloads«, sagt Rebecca. Das Darmspiegel-Team hat sich zum Ziel gesetzt pro Ausgabe 10.000 Leser zu erreichen.

»Unser Ziel ist es, dauerhaft eine monatliche Printausgabe während des Semesters herauszubringen. Aber auf jeden Fall bleiben wir kostenlos. Die Finanzierung läuft über Werbung und Sponsoring«, sagt Rebecca. Einen genauen Zeitpunkt für die erste Printausgabe gibt es noch nicht. »Die nächsten beiden Ausgaben erscheinen als PDF«, fügt Rebecca an, »dann sind erst einmal Sommerferien.«

Die aktuelle Ausgabe des Darmspiegels kann man sich unter www.darmspiegel.de herunterladen.

— Andreas Leiser


  • Quelle: Campusmagazin vom 16. April 2008
  • Diesen Artikel online nachlesen (Artikel evtl. nicht mehr verfügbar)

Kommentieren Sie